Smart Home Definition: Möglichkeiten und Komponenten erklärt Was ist ein Smart Home? Geräte, Systeme und Produkte

In einem Smart Home kommunizieren völlig unterschiedliche vernetzte Geräte untereinander mit dem Ziel Lebensqualität, Sicherheit und Komfort zu steigern. Lampen oder Thermostate reagieren dabei z. B. auf die Messwerte von Sensoren wie Bewegungsmeldern, Unterhaltungselektronik wird sprachsteuerbar und die Heizung passt sich selbstständig den Außentemperaturen an. Zusammen mit der neuen Technologie kommen aber auch neue Fragen auf: Was ist Smart Home eigentlich genau? Wie funktioniert es? Wo ist der Einsatz von Smart Home Produkten sinnvoll? Und vor allem: Wie kann Smart Home praktisch umsetzt werden? Unser Einsteiger-Spezial befähigt Sie, den dynamischen Markt der Smart Home Systeme zu durchschauen und die Relevanz smarter Technik für Ihren Alltag zu bewerten.

Wir erklären was ein Smart Home ist, wie es funktioniert und worauf es bei der Installation ankommt

Definition: Was ist Smart Home?

Als Smart Home bezeichnet man einen Haushalt, in dem Haushalts- und Multimedia-Geräte interagieren und zentral ferngesteuert werden können. Durch die Smart Home Technologie werden einerseits Alltagsvorgänge automatisiert, andererseits können die Geräte-Einstellungen, z.B. von Heizung, Licht und Lautsprechern, per Computer oder Smartphone schnell an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden – zuhause oder unterwegs. Auch die endgerätlose Steuerung, etwa über Sprachbefehle oder Handzeichen, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das Smart Home ist die neue Generation der Hausautomation. Bereits in den 70er Jahren gab es die ersten kabelgebundene Varianten vernetzter Haushalte, die zentral gesteuert und überwacht werden konnten. Richtigen Aufwind bekam die Hausautomation aber erst mit zwei technologischen Fortschritten:

  1. Bidirektionale Funkstandards, wie WLAN und Bluetooth, die Haushalts- und Multimediageräte dazu befähigen, Informationen nicht nur zu empfangen, sondern auch zu senden. Kurz: Dinge können mit uns und untereinander kommunizieren.
  2. Smartphone oder Tablet als „Fernbedienung“ des intelligenten Hauses. Mit der Verbreitung dieser Standards ist die Hausautomation nun ohne großen Aufwand für jeden realisierbar. Für die funkbasierte Vernetzung smarter Geräte und Gadgets setzte sich dann auch der „knackige“ Begriff Smart Home durch.

Die Einsatzfelder: Wo ist ein Smart Home sinnvoll?

Ein Smart Home hilft dabei, den Alltag komfortabler zu gestalten, indem es uns viele Steuer- und Überwachungstätigkeiten abnimmt. Gleichzeitig hilft ein klug vernetztes Zuhause dabei, Strom zu sparen und somit Umwelt und Geldbeutel zu schonen. Zahlreiche Tests auf unserer Plattform zeigen, dass sich diese Konzepte bereits heute in der Praxis bewähren. Damit Sie eine bessere Vorstellung davon erhalten, wo ein Smart Home sinnvoll zum Einsatz kommen kann, haben wir in den folgenden Abschnitten einige Beispiele aus unseren Testberichten für Sie zusammengefasst.

Von der Kaffeemaschine über Heizung und Fernseher bis zum Rasenmäher im Garten ist heute fast alles vernetzbar

Anwendungsbeispiel 1: Intelligente Heizungssteuerung im Smart Home

Logisch: Im Sommer ist die Heizung fast immer aus, im Winter läuft sie auf Hochtouren. Dazwischen liegen Jahreszeiten, die gerade in Deutschland von großen Temperaturschwankungen geprägt sind – Wohlfühltemperatur und Energieersparnis werden zum Taktierspiel. Smarte Wand- und Heizkörperthermostate, die mittlerweile für alle gängigen Heizkörpervarianten zur Verfügung stehen, werden per Smartphone von unterwegs bedient– oder regeln ihr Heizverhalten einfach selbst. Der Münchner Hersteller tado z. B. setzt auf Geofencing-Technologie: das WLAN Thermostat schaltet sich automatisch aus, wenn niemand zuhause ist und heizt energiesparend auf, sobald sich ein Bewohner dem Haus nähert.

Eine andere Strategie nutzen Konkurrenzprodukte wie das Netatmo Heizkörperthermostat. Sie analysieren das Heizverhalten auf Basis von Nutzungsgewohnheiten der Bewohner und passen sich nach einer Selbstlernphase daran an. Durch die Fernsteuerung per App können Heizpläne bei spontanen Planänderungen anpasst werden.

Auch die manuelle Einstellung eines persönlichen Heizplans, je nach Raumnutzung und Wochentag, wird von smarten Thermostaten unterstützt. Egal welche smarte Heizungssteuerung Sie wählen; als Bewohner müssen Sie sich grundsätzlich keine Gedanken mehr um Wohlfühltemperaturen machen. Die Heizkostenersparnis liegt nach Herstellerangaben bei über 30 %. Mit der Verbreitung von Sprachassistenten wie Apples Siri oder Amazon Alexa, sind auch immer mehr Thermostate kompatibel mit Apple HomeKit, Goolge Home oder dem Amazon Echo ; den erwähnten Heizkörperthermostaten von tado und Netatmo, aber auch dem Eve Thermo von Elgato, reicht dann ein einfacher Sprachbefehl zur Regulierung der Heizungen im ganzen Haus aus. Ein kleiner Wehrmutstropfen: Smarte Thermostate müssen alle ein bis zwei Jahre mit Batterien versorgt werden. Wann es soweit ist, wird Ihnen aber rechtzeitig mitgeteilt.

Weiterführende Informationen zur intelligenten Heizunggsteuerung gibt es hier:
Fußbodenheizung intelligent steuern mit und ohne App
Die besten Tipps zum Heizkosten senken - das sagen Experten

Intelligente Thermostate sind meist per App oder Sprachassistent (z.B. Siri) steuerbar, manche auch per Smart TV

Anwendungsbeispiel 2 - Sicherheit: Smart Home Geräte zur Überwachung

Smarte Sicherheitssysteme verleihen den eigenen vier Wänden einen hohen Sicherheitsstandard und sind, wie Tests zeigen, mittlerweile für jeden erschwinglich. Das gilt sogar für smarte Überwachungskameras, die gestochen-scharfe Bilder in HD-Qualität an das Smartphone senden können. Achtung: Bei einigen smarten Überwachungskameras zahlt man teilweise einen monatlichen Betrag für die temporäre Speicherung der Daten in der herstellereigenen Cloud. Bei Kauf oder Vergleich also besser darauf achten, was im Kaufpreis enthalten ist und was nicht.

Dank vernetzter Kameras kann man immer und überall per Live-Video im Smart Home nach dem Rechten sehen

Wer dagegen einfach nur wissen will, ob die Kinder gut daheim angekommen sind, der kann stattdessen auch auf ein Sicherheitsgadget wie die Gesichtserkennungskamera Netatmo Welcome setzen. Über WLAN mit dem Smartphone verbunden, gibt sie Auskunft, welche Familienmitglieder bereits zuhause sind.

Auch das Haus der Oma muss nicht gleich mit einem kompletten Sicherheitssystem ausgestattet werden. Druckempfindliche Matten vor dem Bett geben Aufschluss darüber, ob das Schlafzimmer zur gewohnten Zeit verlassen wurde. Wenn nicht, schlägt das Smartphone Alarm, so dass man sich sicherheitshalber erkundigen kann, ob alles in Ordnung ist.

Wer dagegen informiert werden möchte, ob sich bei eigener Abwesenheit jemand an Fenster oder Türen zu schaffen macht, der sollte auf intelligente Bewegungs- und Kontaktsensoren setzen. Denn Smart Home Sensoren melden nicht nur Einbruchsversuche, sondern warnen sogar bei einem Wasserschaden. Wie unser Kurzüberblick zeigt, sind die Einsatzmöglichkeiten smarter Komponenten beim Thema Sicherheit und Überwachung sehr vielfältig. Die wichtigsten Komponenten haben wir in folgender Liste nochmals zusammengefasst:

Die hier vorgestellten Sicherheitselemente können nach Belieben in ein Smart Home System wie z. B. innogy SmartHome oder Magenta SmartHome  (bzw. Qivicon-basierte Systeme) integriert werden, dessen Zentrale die einzelnen Komponenten miteinander verbindet und steuert. Manche davon sind jedoch auch als Stand-Alone Lösung ausschließlich per App nutzbar. 

Mehr Informationen zur Erhöhung der Sicherheit gibt es hier:
Einbruchschutz: Haus, Türen und Fenster sichern und schützen
Anwesenheitssimulation: Diese smarten Möglichkeiten gibt es

Anwendungsbeispiel 3 - Haushalt: Mehr Komfort durch Saugroboter und Co. 

Beim Thema smarte Haushaltsgeräte zeichnen sich zwei Trends ab: Haushaltskomponenten im Smart Home verrichten die Arbeit fast komplett von selbst und bieten individuellen Service an. WLAN-Waschmaschinen lassen sich vom Arbeitsplatz aus bedienen, so dass die Wäsche pünktlich zum Trocknen bereitsteht. Staubsauger-Roboter und Mähroboter verrichten ihre Arbeit unmerklich während ihre Besitzer bei der Arbeit oder im Café sind.

Wir haben u.a. den Saug- und Wischroboter Roborock S50 im Alltag getestet

 

Smarte Kühlschränke - von Urgesteinen wie Siemens und Bosch - verfügen über eine Kamera, so dass die Einkaufsliste auch unterwegs erstellt werden kann. Manche Samsung Kühlschränke können zusätzlich mit einer Übertragung des Fernsehprogramms punkten - wenn man denn einen TV desselben Herstellers besitzt. Aber noch mal zurück zum Start in den Tag, den man gern mit einer Tasse Kaffee verbringt. Mit einer smarten Filterkaffeemaschine werden Sie bereits mit Kaffeeduft geweckt, auch eine Kapselmaschine wie der Qbo von Tchibo stellt den Kaffee zur gewünschten Zeit, aber auch mit gewünschter Schaum-, Milch und Kaffeemenge parat – wahlweise per App oder Alexa individualisierbar. 

Expertentipp: Durch smarte WLAN-Steckdosen (z. B. TP-Link HS110) werden alte Geräte oder Lampen mit herkömmlichen Glühbirnen ganz einfach in das Smart Home integriert. Die Smart Home App verrät dann zum Beispiel, ob die Waschmaschine noch Energie zieht oder schon bereit zum Entladen ist. Lampen können mit Hilfe von speziellen Dimm-Funksteckern, nicht nur ferngesteuert werden, sondern strahlen auch in gewünschter Lichtnote.

Der WLAN-Zwischenstecker TP-Link HS110 z.B. ist mit Amazon Alexa oder Google Assistant sprachsteuerbar

 

Anwendungsbeispiel 4 - Licht : Smart Home Beleuchtung mit WLAN-Lampen

Licht beeinflusst unseren Biorhythmus und unsere Stimmung beträchtlich. Daher sollte die Lichtatmosphäre in der Wohnung an den persönlichen Tagesablauf angepasst werden. Neben LED Weckern, die es ermöglichen jeden Morgen durch langsam hochdimmendes Licht aufzuwachen, gibt es viele weitere Optionen, smarte Beleuchtung im Alltag einzusetzen. Morgens spenden Lampen in Bad und Küche durch programmierte WLAN LED Glühbirnen automatisch warmes Licht, abends tauchen sie das Wohnzimmer in gedimmte Kuschelatmosphäre. Durch ein Farbspektrum von 16.000.000 Farben sollte für jeden das passende Lichtambiente dabei sein – egal ob fest einprogrammiert oder per App und Wandschalter jederzeit wandelbar.

Natürlich unterstützt der gezielte Einsatz von Licht nicht nur die innere Uhr, sondern ist auch ein besonderes Dekorationselement. Vor allem Lichtschläuche, die flexibel an Sideboards, Schreibtische und Tische angebracht werden, setzen die Räumlichkeiten durch indirektes Licht in Szene. 

Lightstrips (hier von Philips Hue) setzen schöne Akzente und verringern die Stolpergefahr

 

Zu den beliebtesten Smart Home Beleuchtungslösungen gehören aktuell der Marktführer Philips Hue, dicht gefolgt von IKEA TRÅDFRI und OSRAM LIGHTIFY/Smart+. Wie die Nachrüstung mit deren Lampen konkret funktioniert, zeigt der Ratgeber: Licht per Smartphone steuern - das sind die besten Lampen dafür.

Tipp: Gekoppelt mit einem smarten Feuermelder oder Alarmsystem, können vernetzte LED Birnen sogar zur Abschreckung von Einbrechern dienen. Wenn das ganze Haus plötzlich in hellem Licht erstrahlt, irritiert das nicht nur den ungebetenen Gast, sondern macht auch Nachbarn hellhörig. 

Anwendungsbeispiel 5 - Multimedia: Lautsprecher im Smart Home

Bluetooth-Lautsprecher und Multiroom-Systeme sind bereits in vielen, auch unvernetzten Haushalten zu finden. In Kombination mit einem Smart Home System machen sie aber umso mehr Freude. Zum einen können sie in If-This-Than-That-Szenarien (IFTTT) integriert werden: Im Kino-Modus schaltet sich so der Fernseher ein, während gleichzeitig Licht heruntergedimmt und die Musik ausgeschaltet wird. Betritt man morgens das Bad, ertönt leise Meditationsmusik oder ein informativer Nachrichtenkanal wird abgerufen.

Abends lassen sich im Smart Home die Lieblingsplaylists in Bad, Küche und Wohnzimmer nach Belieben entweder per App oder Sprachbefehl ausgewählt. Welche Musik-Streamingdienste (Spotify, Napster und Co.) mit dem Multiroom-System verbunden werden können, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Daher lohnt es sich nicht nur auf Klangqualität zu achten, sondern auch auf die Unterstützung des bevorzugten Streaming-Anbieters. Mit besonders vielen Streamingdiensten nutzbar sind vor allem Amazon Alexa Lautsprecher und Google Home Geräte

Wer auch auf die eigene Musiksammlung zentral zugreifen möchte, kann die Dateien auf einem NAS-Server (Network Attached Storage) speichern und sie damit allen Familienmitgliedern zugänglich machen. Der private NAS-Server ist praktisch die „Cloud für Zuhause“, in der auch andere Dateien wie Fotos und Videos abgelegt werden können. Unter Einsatz eines Smart TV können diese dann direkt von der Couch aus betrachtet werden. Außerdem kann der Smart TV als Smart Home Steuerzentrale genutzt werden. Durch eine Erweiterung mit entsprechenden USB-Funksticks kann er mit unterschiedlichen Smart Home Komponenten verbunden werden. Allerdings sollten diese im direkten Zusammenhang mit dem Fernseher genutzt werden - wie ein Licht- oder Soundsystem. Das ganze Smart Home über den Fernseher zu steuern ist unpraktisch, da er sonst den ganzen Tag laufen müsste.

Vom Tablet auf den Smart TV? Mit vernetzten Geräten geht das ganz einfach per Sprachbefehl

Wer nicht in einen smarten Fernseher investieren möchte, sich aber trotzdem mit den neuesten Filmen und Serien aus dem Internet versorgen möchte, für den sind Set Top Boxen eine gute Alternative. Leistungsstarke Pakete bietet zum Beispiel Apple TV, Amazon FireTV. Amazon und Sky liefern die Daten sogar nach neuestem Standard in 4K Qualität. Amazon FireTV kann außerdem mit Alexa sprachgesteuert werden. Das gleiche gilt auch für die erwähnten Bluetooth Multiroom Systeme. Diese Sprachsteuerung von Multimedia-Geräten über Smart Home Lautsprecher wie den Amazon Echo oder Google Home, macht nicht nur Spaß, sondern ist auch praktisch. Das Suchen der Fernbedienung ist damit kein Thema mehr.

Wie funktioniert Smart Home?

Die Smart Home Zentrale – Eine gute Wahl zahlt sich aus

Jedes Smart Home System hat ein Herzstück: Die Smart Home Zentrale, mit der die unterschiedlichen smarten Geräte verbunden und per Computer, Smartphone oder Tablet gesteuert werden können. Jede Smart Home Zentrale - auch Hub oder Gateway genannt - spricht eine oder mehrere Funk-„Sprachen“, darunter WLAN, Bluetooth, ZigBee und Z-Wave. Einige Hersteller, wie innogy Smarthome oder eQ-3 HomeMatic, setzen auf ein herstellereigenes (proprietäres) Funkprotokoll. Diese geschlossenen Smart Home Zentralen können nur die Komponenten des jeweiligen Herstellers oder der Kooperations-Hersteller einbinden.

Innogy Smarthome unterstützt neben den eigenen smarten Geräten, beispielsweise die Philips Hue Zentrale oder die WLAN-basierten Netatmo Komponenten. Diese geschlossene Lösung schränkt den Verbraucher in der Auswahl der Smart Home Geräte zwar ein, eine höhere Sicherheit und ein reibungsloses Zusammenspiel der Komponenten soll das aber entschädigen. Trotzdem bewegt sich der Trend in Richtung offene Smart Home Systeme, die herstellerübergreifend kompatibel sind und zahlreiche Funksprachen sprechen.

Wir haben die beliebte innogy Smart Home Zentrale getestet

 

Bereits frühe Vorreiter im Bereich offener Smart Home Systeme waren z.B. die Qivicon Homebase oder die Zipato Box, die durch die Integration mehrerer Funkstandards die smarten Geräte diverser Hersteller unterstützen. Die Wahl der Smart Home Basisstation ist also ausschlaggebend dafür, welche Produkte und Teilsysteme Sie in Ihr Smart Home System integrieren können. Neben der Kompatibilität, spielen natürlich auch die Kosten für das smarte Ökosystem eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Die Smart Home Zentrale CCU2 von eQ-3 HomeMatic IP ist zwar ein geschlossenes System, dafür sind die kompatiblen Geräte sehr günstig. Alternativ können die preiswerten eQ-3 HomeMatic IP Produkte aber auch mit der Qivicon-Zentrale verbunden werden, da das offene Gateway unter anderem den HomeMatic und HomeMatic IP-Funkstandard unterstützt. Beim Kauf der Smart Home Zentrale lohnt es sich also einen Testvergleich und Erfahrungsberichte heranzuziehen, damit Sie genau wissen, wie sich das Smart Home System gestalten lässt und welche Kosten auf Sie zukommen.

Expertentipp: Auch die weit verbreitete FRITZ!Box (mit DECT-Funktion) kann als Smart Home Zentrale dienen. Die erhältlichen Komponenten sind aber noch überschaubar. Für einen schnellen Einstieg ins Smart Home trotzdem eine Überlegung wert.

Kabel- und Funklösungen fürs Smart Home – Eine Sache der Verbindung

Man mag sich wundern, wieso das Thema Smart Home mit einem so großen Wirrwarr an Funkstandards verbunden ist. Wieso nutzen nicht einfach alle Smart Home Systeme die Funkstandards WLAN und Bluetooth, die durch Computer und Smartphones sowieso in jedem Haushalt vorhanden sind? Darauf gibt es eine einfache Antwort: Beide Funkstandards wurden nicht für das Internet der Dinge (IoT) entwickelt.

Denn WLAN ist vergleichbar mit einer ständig befahrenen Autobahn; es verbraucht viel Energie. Bluetooth zieht wesentlich weniger Strom, dafür ist die Reichweite – wie jeder weiß – sehr begrenzt. Funkstandards, die von Herstellern oder Allianzverbünden speziell für Smart Home Geräte entwickelt wurden, sind energieeffizienter und wechseln bei Nicht-Gebrauch in einen Tiefschlafmodus. EnOcean wurde sogar so konzipiert, dass die benötigte Energie aus dem bloßen Knopfdruck am Gerät gespeist wird. So braucht zum Beispiel die Fernbedienung keine Batterien mehr. Die Funkstandards ZigBee und Z-Wave wiederum sind in der Lage so genannte Mesh-Netzwerke aufzubauen: an das Stromnetz angeschlossene ZigBee- oder Z-Wave-Geräte bilden Zwischenbrücken, so dass Funksignale ohne den Umweg über die Zentrale direkt an weitere Smart Home Komponenten weitergeleitet werden. Das optimiert die Kommunikation zwischen den Geräten.

In einem Smart Home optimieren sich die Geräte per Funkverbindung auch ohne menschliche Hilfe gegenseitig

Eine Alternative zu den Funklösungen sind Bussysteme, die fest installierte Leitungen zum Transport der Daten nutzen. Das klingt vielleicht altmodisch im Vergleich zu den kabellosen Varianten, allerdings haben die festen Leitungen den Vorteil, dass sie geschützter, zuverlässiger und energiesparender arbeiten. Besonders verbreitet ist das KNX Bussystem und das digitalStrom Netzwerk. Letzteres nutzt die bestehenden Stromleitungen zum Datentransport, so dass Installationsaufwand und -kosten wesentlich geringer ausfallen als bei anderen Bussystemen. Hierbei werden lediglich die Unterputz-Module an Steckdosen und Lampen ausgetauscht. Das KNX System hingegen ist durch Kosten von mehreren zehntausend Euro nur bei Neubauten eine Überlegung wert; hier werden die Leitungen flexibel verlegt, so dass sie an das individuelle Smart Home Konzept angepasst werden können. Beispiele für umfassende Anbieter von Unterputz-Lösungen zur Hausautomation sind Loxone und das Smart Home-System Crestron, das mit Amazons Sprachassistentin Alexa gesteuert werden kann. In diesem Einsteiger-Artikel konzentrieren wir uns aber auf Funklösungen, die besonders zum Nachrüsten geeignet sind – egal ob Hauseigentümer oder Mieter.

Hier gibt es weiterführende Informationen zu Nachrüstungsmöglichkeiten:
Altbau zum Smart Home nachrüsten: Wichtige Maßnahmen im Überblick
Smart Home im Neubau: Intelligent von Anfang an

Die Key-Komponenten – Wie denkt das Smart Home eigentlich?

Die Basisstation oder Bridge stellt den Kern des Systems dar, intelligent und nützlich wird das Smart Home aber erst mit den verbundenen smarten Geräten: Der Fensterkontakt, der weiß das gerade gelüftet wird, der Bewegungsmelder, der kommuniziert, wenn sich in der Umgebung etwas tut. Dahinter steckt eine für das Smart Home essentielle Komponente: Sensoren. Sensoren sind in der Lage unterschiedliche physikalische Größen wie Helligkeit, Bewegung, Schall und Feuchtigkeit in ein elektrisches Signal umzuwandeln. Fenster- und Türkontakte, die ein wichtiges Element in smarten Sicherheitspaketen darstellen, arbeiten zum Beispiel entweder mit Magnet- oder Infrarotsensoren. Magnete gelten dabei als besonders genaue Sensoren, weshalb sie auch in der Medizin zum Einsatz kommen.

Wassersensoren (hier von Wally) warnen umgehend bei Heizungs- oder Waschmaschinen-Lecks per App

Das Pendent zu Sensoren sind Aktoren. Sie befähigen das Smart Home erst dazu, auf die wahrgenommenen Eindrücke klug zu reagieren. Sie nehmen die elektrischen Signale der Sensoren auf und geben dem Gerät den Impuls, zum Beispiel eine mechanische Bewegung oder eine elektronische Schaltung vorzunehmen. Beispiel: Eine smarte Heizung bekommt durch ein Funksignal mitgeteilt, welche Solltemperatur gewünscht ist, der Sensor fühlt die aktuelle Temperatur und veranlasst den Aktor sich mechanisch in Bewegung zu setzen, so dass Heizwasser einfließt, solange bis Ist- und Solltemperatur übereinstimmen.

Auch herkömmliche Elektrogeräte und Lampen können mit Hilfe eines Funk-Steckers Auskunft über ihren Zustand geben und sich fernsteuern lassen. Smarte Funkstecker sind einerseits Aktor, weil sie elektrische Impulse weiterleiten und Waschmaschine und Kaffeeautomat in Gang setzten, andererseits auch Sensor, weil sie Werte wie den Stromverbrauch oder die Raumtemperatur messen. Per Funk wird die Information über den „gefühlten“ Zustand dann wieder der Zentrale bzw. der App zur Verfügung gestellt.

Smarte Gadgets – Alternative oder Ergänzung zum Smart Home System?

Smarte Gadgets sind vernetzbare Geräte, die über WLAN oder Bluetooth direkt mit dem Smartphone verbunden werden können. Sie werden deshalb auch als „Plug-and-Play“-Geräte bezeichnet. Im Gegensatz zu den Gerätekomponenten eines Smart Home Systems, müssen sie also nicht mit einer externen Basisstation verbunden werden, da sie die Funksprache des Smartphones oder Tablets, also WLAN oder Bluetooth, bereits sprechen. Beliebte Gadgets kommen vor allem aus dem Gesundheitsbereich, zum Beispiel Smart Watches, smarte Waagen , Blutdruckmesser oder Thermometer. Ein Renner sind Fitnesstracker für individuelles Training und Ortungs-Tracker, durch die sich Auto, Handy und Tasche immer wiederfinden lassen.

 

Der große Vorteil von smarten Gadgets liegt auf der Hand; dadurch, dass die Gadgets mit dem Smartphone oder auch Tablet direkt kompatibel sind, kann man ohne den Umweg über die Integration in ein System gleich loslegen. Das klingt natürlich verlockend und bietet auch interessante und nützliche Features, die das Smart Home sinnvoll ergänzen.

Wer allerdings die Vorteile eines Smart Home im vollem Umfang nutzen möchte, kommt um eine Smart Home Zentrale nicht herum. Sie ist einerseits der Übersetzer für Funksprachen, andererseits aber auch eine Schnittstelle, um einzelne Smart Home Geräte miteinander zu verknüpfen und sie zentral über eine App zu steuern. Gerade die Verknüpfung der Geräte über sogenannte „If-This-Than-That“-Szenarien (IFTTT) macht das Smart Home erst richtig komfortabel und klug. Beispiele: Wenn der Fensterkontakt eine Öffnung feststellt, dann regelt er die Heizung automatisch runter. In Ihrer Abwesenheit meldet der Türkontakt per SMS, wenn jemand das Haus betritt und löst zur Abschreckung den Alarm des Feuermelders aus oder taucht das Haus in Festtagsbeleuchtung. Solche Szenarien können größtenteils nur mit Hilfe einer Smart Home Zentrale verschaltet werden. Im  Smarte Gadgets sind also Einzellösungen für Sport, Gesundheit und Sicherheit, die einzelne Aspekte des Alltags erleichtern und unterstützen, von Smart Home kann man dabei noch nicht ganz sprechen.

Tipps zur praktischen Umsetzung des Smart Home

Insellösungen und IFTTT-Dienste zur Hausautomation

Bisher sind wir vor allem auf den Aufbau des Smart Home Systems eingegangen, das idealerweise aus einer Basisstation und diversen kompatiblen Geräten und Gadgets besteht. In diesem Fall steuern sie die Geräte über eine App und können nach Belieben If-This-Than-That-Szenarien erstellen (Wird Gerät x eingeschaltet, schalten sich automatisch Geräte y und z aus. Misst Gerät a eine bestimmte Temperatur, wird Gerät b aktiviert.) Da es aber Hersteller gibt, die sich auf einen Smart Home Bereich spezialisiert haben, wie beispielsweise Philips auf Lichtsteuerung und tado auf Heizungssteuerung, stellen diese auch eine eigene Basisstation zur Verfügung, die als „Insellösung“ unabhängig von anderen Smart Home Systemen per Hersteller-App gesteuert werden kann.

Möchten Sie beispielsweise die Heizungssteuerung von tado° und das Sicherheitssystem von iSmartAlarm nutzen, so ist das problemlos möglich. Sie müssen in diesem Fall die beiden Basisstationen mit dem WLAN-Router verbinden und eine separate App verwenden. Da ein smartes Sicherheitssystem nicht unbedingt mit anderen Smart Home Komponenten interagieren soll, spielt das für den Alltag kaum eine Rolle. Möchten Sie allerdings Insellösungen, beispielsweise für Licht- oder Heizungssteuerung, über If-This-Than-That-Szenarien mit weiteren Smart Home Komponenten intelligent verbinden und zentral steuern, gibt es zwei Möglichkeiten das zu realisieren:

  • Ihre offene Smart Home Zentrale unterstützt den Funkstandard der Insellösung bzw. Ihre geschlossene Smart Home Zentrale kooperiert mit dem entsprechenden Produkthersteller. In dem Fall wird zwar trotzdem die „Insel“-Basisstation zusätzlich am WLAN-Router angeschlossen, dafür bleibt alles zentral über eine App steuerbar (Beispiel: innogy SmartHome Zentrale steuert die Philips Hue Zentrale). 
  • Sie nutzen eine IFTTT-Software, wie Apple HomeKit (mit der Apple Home App) oder Conrad Connect. Diese IFTTT-Dienste machen es möglich, einzelne smarte Gadgets und Insellösungen in einem System zu verknüpfen und If-This-Than-That-Szenarien zu erstellen. Beispiele: die Badezimmerbirne (aus dem Philips Hue System) färbt sich in ein warnendes Rot, wenn der Feuchtigkeitsmelder (aus dem HomeMatic System) zu hohe Luftfeuchtigkeit feststellt. Dabei ist es egal von welchem Hersteller die Komponenten sind, solange sie von der jeweiligen IFTTT-Software unterstützt werden. Im Falle von HomeKit schmücken sich bereits zahlreiche Produkte mit dem Siegel „kompatibel mit Apple HomeKit“. 

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit, Insellösungen zentral über ein Element zu steuern, die in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird: Smart Home Lautsprecher wie Amazon Echo und Google Home, auf die wir später noch genauer eingehen. Sie machen das komplette Smart Home über Sprachbefehle steuerbar. Dass sie Verschaltungen á la IFTTT nicht ermöglichen ist nicht weiter tragisch, wenn man die Applets der Internetseite IFTTT.com verwendet. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Google Home Mini merkt sich Termine, steuert Lampen, Thermostate oder den Fernseher u.v.m.

Smart Home nach Rezept - Automatisierung auf IFTTT.com

Wäre es nicht schön, wenn Ihre Philips Hue LED Birne blau leuchtet, wenn es regnet und rot, sobald ein Astronaut seinen Fuß auf einen anderen Planeten setzt? Hierfür bietet die Seite IFTTT.com „Rezepte“ bzw. Applets an. Das Software-Unternehmen IFTTT Inc. ist darauf spezialisiert Smart Home Geräte sozusagen um Softskills zu erweitern. Ein praktisches Beispiel: Wenn Sie das Haus verlassen (erkannt durch Analyse Smartphone-Location), dann schaltet sich die Heizung automatisch ab (bzw. die Smart Home Thermostate bekommen ein Signal zum Abschalten). Durch das Applet wird das smarte Thermostat also noch klüger. Es gibt unzählige solcher Rezepte für verbreitete Smart Home Komponenten wie z.B. Philips Hue, Samsung, Withings, BMW oder Netatmo.

Beispielsweise können auch Email Benachrichtigungen und Alarme bei bestimmten Gerätezuständen eingerichtet oder Messdaten automatisch in Excel-Tabellen abgelegt werden. Nutzen Sie einfach die „Suchen“-Funktion auf der Internetseite, um herauszufinden, welche Applets für Ihre Produkte zur Verfügung stehen. Proportional zur Entwicklung von Smart Home Lösungen und Produkten, erweitert IFTTT das Applet-Angebot kontinuierlich.

Hinweis: Klugerweise hat sich das Software-Unternehmen „IFTTT“ genannt. Somit wird der Begriff IFTTT oft direkt mit IFTTT.com verbunden. IFTTT ist aber auch die allgemeine Abkürzung für die IF-This-Than-That-Verknüpfung von Smart Home Komponenten durch ein Smart Home System.

Keine Lust aufzustehen? Per Alexa Sprachbefehl lässt sich das Licht auch so herunter dimmen und der TV starten

Die „unsichtbare“ Smart Home Steuerung

Natürlich ist es sinnvoll, ein zentrales Steuermedium für alle Geräte im Haushalt zu haben. Smartphone, Tablet oder auch der Laptop sind da der richtige Angelpunkt, um in Verbindung mit einer Smart Home Zentrale, Geräte fernzusteuern, IFTTT-Szenarien einzurichten und Verbrauchsstatistiken einzusehen. Da uns das Smart Home tendenziell von lästigen Steuer- und Kontrollaufgaben befreit, müssen wir uns nur noch in wenigen Fällen Gedanken um Steuerung machen. Sind wir unterwegs oder im Urlaub können wir ganz einfach über das Smartphone Einstellungen anpassen. Wenn man aber Beleuchtung oder Multimediageräte spontan an die Bedürfnisse anpassen will, möchte man nicht auf ein spezielles Endgerät wie das Smartphone angewiesen sein. Um Beispielsweise die vernetzten LED Birnen von Philips oder Osram einzuschalten, gibt es einfache oder innovative Möglichkeiten, das Smartphone zu umgehen. Eine einfache Variante sind günstige Funkschalter, die herkömmliche Wandschalter ersetzen. Eine etwas elegantere Möglichkeit sind Wandschalter mit mehreren Tasten, die je nach Tastenwahl eine andere Lichtstimmung erzeugen bzw. andere Lampen einschalten.

Denkbar ist also eine Lichtstimmung für „Kinoabend“ oder für „Abendessen“ zu programmieren. Noch interessanter wird es, wenn man Lampen und Haushaltsgeräte, durch reine Sprachbefehle steuert. Am häufigsten wird dafür bisher Amazons Sprachassistentin Alexa genutzt, gefolgt von Google Assistant. Mit großem Abstand hinkt aktuell Apples Siri hinterher, die eher mit viel Wissen als mit einer großen Auswahl kompatibler Geräte punkten kann. Samsungs Bixby und Mircrosofts Cortana und haben kaum Smart Home Funktionen zu bieten und sind deshalb für Smart Home Fans derzeit noch nicht relevant.

Amazon bietet verschiedene Alexa-Lautsprecher mit und ohne Display an.

 

Investition – Was kostet Smart Home?

Im Gegensatz zur kabelgebundenen Hausautomation, ist das funkgesteuerte Smart Home mit einer wesentlich geringeren Investition verbunden. Trotzdem kommt bei den diversen Komponenten – Basisstation, Smart Home Geräte und eventuell Zwischenstecker – eine größere Summe zusammen, abhängig natürlich davon, wie viele Räume berücksichtigt werden. Die Frage „Wieviel kostet ein Smart Home?“ lässt sich deshalb nicht ohne weiteres beantworten, trotzdem geben wir Ihnen hier einige Anhaltspunkte. Basisstationen kosten zwischen 50 und 150 Euro, die einzelnen Komponenten bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen. Gute Heizkörperthermostate bekommt man schon ab 40 Euro, eine Überwachungskamera liegt bei circa 120 Euro (z. B. Logitech Circle 2).

Wesentlich günstiger kommt man weg, wenn man die Themenpakete oder Einsteigersets der jeweiligen Hersteller wählt. So erhält man für einen Komplettpreis von 100 bis 250 Euro ein ganzes Starterset zum Thema „Energie sparen“ oder „Sicherheit“ - die Basisstation des entsprechenden Herstellers ist dabei sogar schon enthalten. Die Starterpakete können bzw. müssen dann natürlich noch mit Komponenten ergänzt werden, wenn das komplette Haus miteinbezogen werden soll. Generell gilt, dass man mit offenen Smart Home Basisstationen, ein „günstigeres“ Smart Home Ökosystem aufbauen kann, da man die Komponenten unterschiedlicher Hersteller wählen kann. Bei proprietären Lösungen ist dafür die Kompatibilität sichergestellt, was wiederum Zeit bei der Produktsuche und Installation sparen kann.

Bei der Frage „Wieviel kostet Smart Home?“ gilt also: Tests und Erfahrungsberichte sind ein wichtiger Anhaltspunkt, die einen Überblick über aktuelle Angebote geben. Kompatibilität, Funktionen und Kosten sollten dabei die zentralen Prüfpunkte sein. Bei der Kostenkalkulation sollte man im Blick behalten, dass es sich um eine langfristige Investition handelt, die darauf ausgelegt ist dauerhaft Energie und Kosten zu sparen.

Hinweis: Bei einigen Anbietern zahlt man einen monatlichen oder jährlichen Betrag für den ferngesteuerten Zugriff per App. Bei innogy Smarthome liegt der bei schlappen 15 Euro im Jahr, bei Magenta SmartHome und Qivicon sind es schon 5 Euro monatlich.

Das sind die Zukunft-Trends im Smart Home Bereich

Smart Home Systeme

Diverse Studien aus Wirtschaft und Politik sind sich einig, dass Smart Home zum neuen Standard in der Haushaltstechnik wird. Noch ist nicht ganz klar, wie lange der Durchbruch auf sich warten lässt. Grund für die derzeit langsame Entwicklung ist vor allem die Unübersichtlichkeit des Marktes und eine Unwissenheit über die technischen Möglichkeiten. Gerade zu Beginn der Entwicklung haben Hersteller von Smart Home Systemen auf eigene Sicherheits- und Funkstandards gesetzt. Mit diesen proprietären Systemen sind die Verbraucher an das Sortiment des jeweiligen Herstellers gebunden. Sicherlich wird es auch in Zukunft noch solche „geschlossenen“ Systeme geben, spätestens seit der Einführung von Smart Speakern wie Amazon Echo oder Google Home ist deren Zeit aber begrenzt.

Die in vielen Geräten integrierte Sprachassistentin Alexa ist inzwischen den meisten Deutschen ein Begriff

 

Denn der Trend geht ganz klar zur bequemen Sprachsteuerung. Waren vor ein bis zwei Jahren auch noch Gestensteuerung oder Appsteuerung als zukunftsträchtige Smart Home Optionen im Gespräch, läuft heute fast alles schon über Sprache. Und die Möglichkeiten sind dabei fast unbegrenzt: Egal ob die Temperatur des Toilettensitzes angepasst, die Musikanlage gestartet, der Rasen gemäht oder Lebensmittel online bestellt werden sollen - ein Sprachbefehl genügt und Alexa kümmert sich darum. Was sie sonst noch alles kann, verrät unser Überblick Alexa-kompatibler Geräte.

Optisch noch ausbaufähig ist die smarte Toilette von KOHLER

Wer sich mehr für Apples Siri oder den Google Assistant begeistern kann, findet hier mehr Informationen:

Diese Geräte sind mit Google Home steuerbar
Apple HomeKit: Aktuelle Übersicht von HomeKit Geräten

Der neue Alltag im vernetzten Zuhause

Sicherlich werden nicht alle Menschen in Zukunft Haus und Hof komplett vernetzen, trotzdem wird sich Smart Home in den Bereichen durchsetzen, in denen es offensichtlich einen großen Mehrwert bietet. Dazu gehören vor allem die Sicherheits- und Energiesparsysteme, wie Einbruchsicherung, Feuchtigkeitsmelder und automatische Heizungssteuerung. Auch im Bereich Komfort und Multimedia bietet das Smart Home zahlreiche kluge Lösungen, die sich weiter verbreiten werden. Dazu zählt vor allem die quasi „unsichtbare“ endgerätlose Steuerung von Haushaltsgeräten, etwa durch Sprachbefehle oder Gestensteuerung. Diese wird vor allem an Bedeutung für die Steuerung von Licht, Heizung und Musik gewinnen, aber auch zur Verwendung von sogenannten „Butlerdiensten“.

Durch Smart Home Lautsprecher wie den Amazon Echo und Google Home kann man auf verschiedenste „Skills“ zugreifen und damit während des Kochens Google-Abfragen tätigen, das Licht einschalten oder Pizza und Taxi bestellen. Auch wenn sich in Deutschland bisher vorwiegend „Early Adopters“ an die Innovationen ran wagen, zeigt der fortgeschrittene amerikanische Markt, dass sich viele smarte Entwicklungen im Alltag bereits bewähren und Spaß machen. Es scheint also nur eine Frage der Zeit bis die Smart Home Welle so richtig „rüber schwappt“.

Alle wichtigen Fakten zum Smart Home im Überblick

Fassen wir abschließend die wichtigsten Fakten rund um Smart Home noch einmal zusammen:

  • Im Smart Home sind Haushalts- und Multimediageräte über Funkverbindung intelligent miteinander vernetzt
  • Smart Home spart Strom- und Heizkosten, sorgt für eine intelligente Überwachung von Haus und Garten und vereinfacht Steuerprozesse und Abläufe im Haushalt. Mehr dazu hier: Strom sparen: Die 15 besten Stromspar-Tipps
  • Die Wohnung bzw. das Haus denkt mit: Automatische Licht- und Heizungssteuerung nach ihrem Geschmack lädt zum Entspannen ein
  • Zentrale Steuerung über Smartphone, Tablet oder Laptop - auch von unterwegs
  • Entertainment auf hohem Niveau: Smart TVs können mit Computern, NAS-Servern, Streaming-Diensten und Lautsprechern vernetzt werden, um überall Zugriff auf Lieblingsserien, Bilder und Musik zu haben
  • Die Smart Home Zentrale ist das Herzstück des Smart Home Systems. Offene Systeme erlauben das Einbinden von Smart Home Komponenten anderer Hersteller, soweit sie eine der unterstützten Funksprachen sprechen
  • Die Kosten für ein Smart Home sind abhängig davon wie viele Räume in das System integriert werden. Einsteigerpakete zum Thema Sicherheit oder Energieeffizienz gibt es bereits für 100 bis 250 Euro. Sie können dann beliebig erweitert werden
  • Professionelle, unabhängige Tests bewahren Sie vor Fehlkäufen und klären Fragen zur Kompatibilität mit Systemen

homeandsmart.de als Orientierungshilfe im Smart Home Bereich

Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Sie jetzt und in Zukunft umfassend über das Thema Smart Home zu informieren. Sie finden bei uns Beiträge über aktuelle Trends und Smart Home Produkte, News zu Marktgeschehen und Start-up-Szene und natürlich unabhängige Tests von Smart Home Systemen und Geräten. Mit homeandsmart.de haben Sie den Markt im Blick und können entscheiden, welche Smart Home Technik Ihren persönlichen Alltag etwas leichter, komfortabler und energieeffizienter machen kann.

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Checklisten und Downloads zum Thema Smart Home

Damit Sie den Überblick behalten, haben wir viele praktische Smart Home Checklisten und Downloads rund ums Smart Home für Sie zusammengestellt.

Weitere nützliche Ratgeber zur Hausautomation

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Sammelte schon im Studium Erfahrungen mit innovativen Ambient Assisted Living Geräten und bloggte viele Jahre darüber. Mariella Wendel gehört von Anfang an zum home&smart-Redaktionsteam und testete die Echo Lautsprecher bereits vor der Markteinführung in Deutschland. Außerdem verfasste sie 2017 die erste umfassende Übersicht Alexa kompatibler Geräte. Heute zählen außerdem Saugroboter, Smart Home Kameras und fernsteuerbare Gartengeräte zu ihren Lieblingsthemen.

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