Smart Home COQON Basic: Tests, Integration, Sicherheit COQON Basic im Test: Sicheres Smart Home System aus Deutschland

Viele Smart Home Interessierte lassen sich von Datenschutzbedenken abschrecken. Das in Bremen und Bonn ansässige Unternehmen COQON bietet ein Smart Home System, das sich in der Version Basic in Eigenregie aufbauen, bei Bedarf aber auch mittels Fachpartner installieren oder erweitern lässt. Wir haben die COQON Basic getestet und verraten, für wen sich das System eignet – und warum COQON auch für Bauherren interessant ist.

Das COQON Basic Smart Home System legt besonders viel Wert auf Datenschutz

Test Fazit zum COQON Basic Smart Home System

Wer sich für das COQON Basic Smart Home System entscheidet, trifft eine gute Wahl. Die Einrichtung der Komponenten per Smartphone und QR-Code ließ sich mit leichten Anlaufproblemen immer bewerkstelligen. Die Bedienung und das Anlegen von Szenen und Smart Home-Logiken ist intuitiv und macht Spaß. Da das Unternehmen in Deutschland beheimatet ist, steht bei Fragen ein freundlicher deutschsprachiger Support zur Verfügung.

COQON Smart Home
Testurteil
sehr gut
93/100 Punkte | 12.2019
www.homeandsmart.de

"Das offene und erweiterbare Smart Home System aus Deutschland mit intuitiver Bedienung und durchdachtem Sicherheitskonzept."

  • Einfache Integration von Dritt-Systemen
  • Kompatibilität zu vielen Smart Home Funkstandards
  • Intuitive Bedienung & Sprachsteuerung
  • Hoher Sicherheitsstandard & Datenspeicherung auf deutschem Server
  • Upgrade von Basis auf Professional jederzeit möglich
  • Individuelle Regel- und Zeitsteuerung
  • Hochpreisig
  • Teilweise umständliche Installation

Ein besonderes Plus verdient sich das COQON Basic Smart Home System durch sein durchdachtes Sicherheitskonzept, zudem werden Datenschutzbedenken ernst genommen: Nutzerdaten liegen auf deutschen Servern und nicht in einer chinesischen Cloud. Damit entsprechen die Daten den strengen deutschen und europäischen Datenschutzvorschriften.

Ein weiterer Pluspunkt ist die mögliche Verzahnung der Do-It-Yourself Smart Home Lösung COQON Basic mit der Fachpartner-Variante Professional. Wird der Nutzer zum Bauherr und will COQON Basic zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer Sanierung ausbauen, kann er dies von einem Fachpartner erledigen lassen und hat damit die Möglichkeit, einen KfW-Zuschuss oder Förderkredit für sein Smart Home zu beantragen. Für letztere ist die Installation durch eine Fachkraft gegen Rechnung obligatorisch.

COQON Smart Home System im Test – Design, Funkstandard und Ausstattung

Herzstück des COQON Smart Homes ist die QBOX BASIC Smart Home Zentrale

Herzstück des COQON Smart Home Systems ist das Gateway QBOX BASIC. Die Smart Home Zentrale beherrscht die Funkstandards Bluetooth, WLAN, Z-Wave sowie ZigBee und den hauseigenen Funkstandard Q-Wave. Die Kommunikation zwischen der Smartphone App (Android | iOS) und der QBOX erfolgt per UMTS Der Cloud- und Mobilfunkservice sind bereits für 2 Jahre im Kaufpreis enthalten. Nach Ablauf dieser Vertragsdauer kann eine Verlängerung der Mobilfunkverbindung für weitere zwei Jahre zu 39 Euro erworben werden.

COQON QBOX im Test – die sichere Smart Home Zentrale

Aus der Ferne greift der Nutzer via Smartphone per UMTS auf die QBox mit einer starken 256-Bit-Verschlüsselung zu. Bei der Installation muss man warten, bis die Lampe auf der Vorderseite grün leuchtet, da sich die COQON Smart Home Zentrale erst per UMTS beim Hersteller anmelden muss. Bei uns dauerte das ganze 7 Minuten. Danach führt die App durch die Einrichtung, bei der man zum Scannen des QR Codes auf der Rückseite des Gerätes aufgefordert wird. Im Test funktionierte das nicht im ersten Ablauf, was aber auch an der Mobilfunkverbindung gelegen haben kann. Alternativ lässt sich die Einrichtung auch über den Webbrowser vornehmen.

Ein Vorteil von COQON QBOX ist die Verbindung der Komponenten über ZigBee oder Z-Wave und die Kommunikation zwischen Smartphone App und Zentrale via UMTS, da das System so komplett ohne Router betrieben werden kann.

COQON Smart Home System im Test – Einbinden anderer Systeme wie Philips Hue

Im Test zeigte sich das COQON Smart Home System offen gegenüber Smart-Home-Lösungen anderer Hersteller. So war die Integration einer bestehenden Philips Hue Umgebung einfach möglich. Alles was der Nutzer tun muss, ist in der COQON App (Android | iOS) im Menüpunkt „Neues Gerät“ im Abschnitt „Partnersystem“ den Punkt „Philips Hue“ auswählen. Danach führt die App durch die einzelnen Schritte. Die Lampen können über die Smart Home App gesteuert und eingestellt werden. Dann standen die Philips Hue Leuchten auch zum Einbinden in Szenen oder Routinen zur Verfügung.

Die Integration von Dritthersteller-Lösungen wie Phlips Hue war im Test von COQON spielend einfach

Durch die System-Offenheit eignet sich das COQON Smart Home System hier auch für Nutzer, die bislang eher auf Einzelkomponenten gesetzt haben und diese nun zu einer intelligenten Umgebung zusammenfassen wollen. Eine Option, die man bei anderen Systemen oft schmerzlich vermisst oder nur kompliziert durchzuführen ist.

COQON Funksteckdose im Test – Z-Wave Zwischenstecker mit Verbrauchsmessung

Sie zählt zu den Basis-Komponenten eines jeden Smart Home Systems – die Funksteckdose. Mit ihr können Nutzer vorhandene Elektrogeräte intelligent machen. Highlight: Die COQON Z-Wave Funksteckdose misst die Leistungsaufnahme des angeschlossenen Gerätes sowie den kumulierten Gesamtverbrauch. Der Preis erscheint uns mit 59,99 Euro allerdings etwas hoch – hat aber seinen Wert: Denn der Stecker ist angenehm kompakt und benötigt nicht viel Platz an der Steckdose. Insgesamt lassen sich mit dem Stecker volle 16 Ampere schalten, was für die hohe Qualität des Zwischensteckers spricht. Ein LED-Lämpchen zeigt den Status der Steckdose an.

COQON Thermostat Z-WAVE im Test – Gutes Thermostat mit Installationshürden

Smart Home Einstieg leicht gemacht: COQON Smart Home Zentrale (hi.), Funksteckdose, Thermostat, Fensterkontakt und Taster (v.l.n.r.)

Gerade während der kalten Jahreszeit eine empfehlenswerte Anschaffung: Ein smartes Thermostat, das natürlich auch im COQON Smart Home Sortiment nicht fehlt. Wie die COQON Funksteckdose kommuniziert auch das COQON Thermostat über den Z-Wave Smart Home Funkstandard. Das Stellventil wird über zwei 1,5 V AA Batterien betrieben. Etwas kurios: Die Batteriekontakte sind im Inneren ungünstig angelegt, weil beide Plus-/Minus-Kontakte in die gleiche Richtung zeigen. Auch sonst gestaltete sich die Installation des Thermostats im COQON Smart Home Test etwas umständlich. Der Scan-Code liegt beim Gerät in der Krümmung des Batteriefachs, so dass der Scan nicht zum Erfolg führte und wir die Einrichtung per Hand vornehmen mussten. Alternativ kann der Code aber auch auf der Verpackung gescannt werden. Ist der Installationsvorgang abgeschlossen, verrichtet das Thermostat jedoch seinen Dienst tadellos. Die Temperatur ließ sich im Test via App oder auch manuell per Hand einfach einstellen und der Temperaturverlauf einsehen.

Der Regelbereich des smarten COQON Thermostats reicht von 4 bis 28 Grad Celsius. Die Einstellung kann in 0,5 Grad-Schritten vorgenommen werden, was uns im Test gut gefallen hat. Eine Frostschutzfunktion sowie Kindersicherung runden die gute Ausstattung ab.

COQON Z-Wave Fenster-/Türkontakt im Test – flexibler und unkomplizierter Kontaktmelder

Ebenfalls mit in unserem COQON Smart Home Test-Setup hatten wir den COQON Fensterkontakt. Dieser meldet der COQON QBOX, ob das Fenster gerade geöffnet oder geschlossen ist. Der Nutzer bleibt den aktuellen Zustand dann via App immer informiert.

Die Einrichtung per QR-Scan-Code verlief im Test tadellos. Dank kleiner Magneten ist der COQON Z-Wave Fensterkontakt auch für dicke Fensterrahmen oder für Fenster mit wenig Platz zwischen Rahmen und Wand geeignet. Der Temperaturbereich für die Arbeitsumgebung reicht von -15 Grad Celsius bis zu 85 Grad Celsius. Benötigt werden 2 AAA Batterien, die für eine Betriebslaufzeit von bis zu 5 Jahren sorgen.

COQON Wandtaster 1-fach Q-Wave Ein/Aus im Test – smarter Wandschalter

COQON Z-Wave Zwischenstecker (li.) und smarter Wandschalter (re.) machen das Smart Home noch komfortabler

Wer seine Geräte nicht über die COQON Smartphone App steuern will, hat die Möglichkeit, Smart Home Geräte Steuerfunktionen mit dem COQON Wandtaster Q-Wave zu verknüpfen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tastern können COQON Nutzer damit nicht nur das Licht ein- oder ausschalten, sondern vordefinierte Szenen aufrufen. So lassen sich beispielsweise mit einem Tastendruck sämtliche smarten Lampen oder andere Geräte im Smart Home ausschalten. Die Frage auf dem Weg zur Arbeit, ob man vergessen hat das Küchenlicht auszuschalten, erübrigt sich damit.

Für die Montage müssen Nutzer nicht zwingend einen Elektriker ins Haus bestellen, da sich der Schalter auch kleben lässt. Weil der COQON Wandtaster Q-Wave sehr dünn ist, steht er nicht mehr aus der Wand hervor als herkömmliche Lichtschalter, was uns im Test sehr gut gefallen hat.

COQON Smart Home System im Test – intelligente Funktionen und Besonderheiten

Natürlich unterscheidet sich ein Smart Home System von einzelnen Smart Home Geräten erst durch das Anlegen von Szenen und Wenn-Dann-Bedingungen, welche bei COQON „Programme“ heißen. Angelegt werden diese intelligenten Verknüpfungen in der COQON App. Im Test gelang das ausgesprochen intuitiv und problemlos. Denn erst im Zusammenspiel der einzelnen COQON Komponenten entfaltet sich der komplette Nutzen des Smart Home Systems.

Das Erstellen von intelligenten Smart Home Szenen und Programmen erfolgte im Test intuitiv in der COQON App

So schaltet das COQON Z-Wave Heizungsthermostat die Temperatur auf Wunsch herunter, sobald der COQON Z-Wave Fensterkontakt feststellt, dass das Fenster geöffnet wurde. Nutzer können diese Programme in der App anlegen, für das dahinterliegende Zusammenspiel der Smart-Home-Komponenten ist die COQON QBOX zuständig.

Während COQON Programme automatisierte Abläufe im Smart Home behandeln, werden in Szenen Einstellungen von einem oder mehreren Geräten festgelegt. Diese Voreinstellung kann dann per Smartphone oder Sprachbefehl aktiviert werden. Im Test haben wir eine Szene namens Filmabend angelegt, bei deren Aktivierung eine integrierte Philips Hue Lampe in einer vordefinierten Farbe leuchten soll und sich der COQON Z-Wave Zwischenstecker einschaltet, in dem ein Smart TV eingesteckt ist. Beides ließ sich im Test problemlos anlegen und wurde vom COQON Smart Home System ohne Latenzen ausgeführt. Tolles Extra: Szenen lassen sich über Widgets auf den Homescreen des Smartphones legen, so dass die App nicht erst geöffnet werden muss, um eine Szene aufzurufen.

Weitere Besonderheiten des COQON Smart Home Systems sind:

  • Sicherheit: Server in Deutschland und Verschlüsselung nach Bankenstandard durch DataLock Technologie (UMTS 256 Bit)
  • Sprachsteuerung: Alexa, Google Assistant oder Siri lassen sich via IFTTT mit COQON verbinden
  • Upgrade-Option: Ein Upgrade zu COQON Professional kann jederzeit durchgeführt werden

Folgende Partnersysteme und Sprachassistenten sind mit dem COQON kompatibel

Alexa, Google Assistant oder Apple HomeKit - Das COQON Smart Home System unterstützt viele Sprachassistenten und Systeme
  • Netatmo
  • Philips Hue
  • Sonos Box
  • Brötje Heizung

Installation und Einrichtung des COQON Smart Home Systems

Die Installation und Einrichtung des COQON Smart Home Systems gestaltete sich wie beschrieben per QR-Code etwas schwierig. Vor allem das Thermostat machte im Test Probleme. Hier hat COQON noch Raum nach oben, die Nutzerfreundlichkeit etwas zu verbessern. Allerdings lassen sich die Geräte alternativ per Hand einrichten oder am Desktop.

Was die Integration von Drittsystemen oder das Anlegen von Smart Home Routinen anbelangt, ist COQON vorbildlich. Das ist gut, denn diese Funktionen werden von Smart Home Nutzern oft und auch gerne genutzt.

Vorteile des COQON Smart Home Systems

Das Philips Hue Lichtsystem ließ sich mühelos in das COQON Smart Home System einbinden
  • Spielend einfache Integration von Dritt-Systemen wie Philips Hue
  • Intuitives Anlegen von Szenen und Programmen
  • Möglichkeit der professionellen Erweiterung via Fachpartner bei Sanierung
  • Hoher Sicherheitsstandard wie deutsche Datenschutzstandards
  • Unterstützung vieler Smart Home Funkstandards
  • Schnelle Reaktionszeit der COQON Smart Home Geräte

Nachteile des COQON Smart Home Systems

  • Smart Home-Komponenten im oberen Preissegment angesiedelt
  • Bei einzelnen Komponenten umständliche Installation wegen schwächelnder QR-Erkennung.
  • Batteriefach beim COQON Thermostat untypisch angelegt

Preise und Verfügbarkeit des COQON Smart Home Systems

COQON vertreibt die QBOX 2 BASIC zum Preis von 294 Euro. Im Test hatten wir folgende Komponenten im Einsatz:

COQON Smart Home System– Technische Details zur QBOX 2

  • Energiespannung: 12 V DC
  • Max. Stromverbrauch: 850 mA
  • Arbeitstemperaturbereich: 0 Grad Celsius bis 40 Grad Celsius
  • Mobilfunk: Integriertes Telekom GSM/UMTS Modul und SIM Karte
  • Unterstützte Funk-Protokolle: Z-Wave, Q-Wave, ZigBee 3.0, Bluetooth 5 LE
  • Netzwerk: 100 Mb LAN
  • WLAN: 2,4 und 5 GHz 802.11b/g/n
  • Schnittstelle: USB 2.0
  • Maße, ca.: 172 x 172 x 33,8 mm
  • Zertifizierungen: CE; Z-Wave und Q-Wave

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Ulrich Klein

Alexa-Evangelist und Digital Native. Schrieb vor seinem Start bei home&smart als freier Technikjournalist und Redakteur für verschiedene Verlage und Redaktionen, u.a. T3 (Tomorrow's Technology Today), Süddeutsche Zeitung, connect, Handy Magazin, iBusiness oder magnus.de. Spricht fließend Alexa und testet gerne Geräte, die den Alltag smarter machen, wie intelligente Lautsprecher, eBook Reader, Tablets oder Bluetooth-Kopfhörer. Spezialthemen: Smartphones, Mähroboter, Einbruchschutz.